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Züchterbericht: Mein Leben mit Afghanischen Windhunden

Dt.Ch.u.Ch.f.Schönheit u. Leistung Victoria al Ghazi (B.: Brandt u. Paradzik)
Anfang der 60er Jahre lernte mein damaliger Freund und jetziger Ehemann durch seinen Studienfreund einen Afghanischen Windhund kennen. Er und wenig später auch ich waren fasziniert. Wir gingen oft mit "Chico", wie er genannt wurde, in den Berliner Grunewald, selbstverständlich unangeleint, und Chico lehrte uns sehr rasch, was ein richtiger Afghane ist.
Es war nicht so sein exotisches aussehen, das uns anzog, sondern vielmehr sein selbstständiger Charakter, sein Temperament, seine Lebensfreude und die Art, wie er uns, seine Partner, erzog, auf ihn einzugehen. Mit strenger Erziehung ging da gar nichts. Kurzum ein Afghane war der richtige Hund für uns.
 Int.MCh. Ufarid al Ghazi (B.: Grünitz-Kühnberger)
1965 erwarben wir einen wunderschönen, sandfarbenen Afghanen-Rüden mit schwarzer Maske, 6 Monate alt, hochintelligent und überaus temperamentvoll: Bodhisat von Katwiga. Meine Mutter pflegte über ihn zu sagen, es fehle ihm nur noch die Sprache, dann sei er wie ein Mensch. 1968 holten wir eine Lebensgefährtin für ihn, Ghazi von Katwiga. Sie wurde die Stammhündin und Namensgeberin unserer Zucht "Al Ghazi". Sie war eine eher ruhige, zurückhaltende Hündin und ich hatte anfangs Mühe, zu ihrem Wesen Zugang zu erlangen. Sie zeigte uns, wie Afghanen auch sein können. Liebenswert und angenehm schein sie - im Gegensatz zu unserem Rüden - keinen Gefallen daran zu finden, Schuhe, Möbel oder dergleichen zu "untersuchen"- Aber ich brauchte auch länger, bis sie "unser" Hund wurde.

Int.MCh. Xirdani al Ghazi (B.: Stimpfl-Klann)
Es bleib nicht aus, dass durch unsere Zucht die Hundefamilie größer wurde. So waren wir denn schon einmal mit 5 Afghanen in Dänemark im Urlaub. Wir ließen sie am strand frei laufen und bald entschwanden sie über die Dünen zu den nächsten Ferienhäusern. In vollem Trab ging die wilde Jagd zur Vordertür hinein und zur Hintertür wieder hinaus vorbei an den überraschten Bewohnern. Als ich keuchend hinterher eilte, auf 2 Dänen traf und diese nach 5 Afghanen fragte, deuteten sie in eine Richtung. Ich sagte, dass ich sie dann schon finden werde. Ich erhielt die lachende Antwort: "Das ist wohl eine Hoffnung". (Sie schienen Afghanen zu kennen!) Aber ich fand meine 5 doch ganz schnell. Sie waren nämlich bereits auf dem Rückweg und freuten sich sehr, mich zu sehen und ich lobte sie, wenn auch wenig zähneknirschend. Trotzdem durften sie jeden tag frei laufen und erkundeten ihre weitere Umgebung nicht mehr.
 Int.MCh. u. Ch.f.Schönheit u. Leistung Cirmandeh al Ghazi (B.: Stimpfl-Klann)
Unser "zweites" leben mit unseren Afghanen wurde der DWZRV. Wir gingen regelmäßig zum Training und besuchten Zuchtschauen und Rennveranstaltungen. Es würde den Rahmen sprengen, alle unsere erfolgreichen Afghanen aufzulisten. Wir züchteten Deutsche, Internationale und VDH-Champions, VDH-Rennchampions, Europasieger, Bundessieger und DWZRV-Verbandssieger und versuchten auch immer, die Leistungskomponente nicht zu vergessen. So züchteten wir Champions für Schönheit und Leistung. Selbstverständlich gehörten nicht alle erfolgreichen Afghanen uns persönlich, denn Besitzer unserer Hunde fanden ebenfalls Spaß an unserem Hobby und förderten ihre Windhunde. Mit manchen verbindet uns immer noch einen jahrzehntelange währende Freundschaft. Für alle von uns gezüchteten Afghanen stehen die hier mit Bild veröffentlichten drei Hündinnen und ein Rüde.
Ihre Afghanen-Zuchtstätte "Al Ghazi" im DWZRV
Marianne Paradzik, Biesenthal
Dieser Artikel erschien im Rassehund 3/2004
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